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Japan: Reallohn-Anstieg stärkt Argumente für geldpolitische Normalisierung

Die Löhne in Japan wuchsen im Januar um 3,0 Prozent gegenüber Vorjahresmonat – der stärkste Zuwachs seit Juli. Zudem legte das Reallohn-Wachstum um 1,4 Prozent zu und ist damit erstmals seit 13 Monaten wieder positiv. Die Lohnsteigerungen breiten sich über verschiedene Branchen aus und werden weiterhin vom anhaltenden Mangel an Arbeitskräften getrieben. Die aktuell stattfindenden Tarifverhandlungen für das im April beginnende Geschäftsjahr dürften zusätzlichen Schub verleihen. Japans größte Gewerkschaft teilte mit, dass sie eine durchschnittliche Lohnerhöhung von knapp sechs Prozent anstrebt, nachdem im Jahr 2025 bereits eine Steigerung von 5,25 Prozent erzielt wurde – die höchste seit 34 Jahren. Die jüngst gestiegenen Ölpreise könnten jedoch wieder zu sinkenden Reallöhnen und einer Belastung der Konsumdynamik führen. Dafür könnte ein Ölpreis von dauerhaft mehr als 80 US-Dollar genügen – aktuell liegt der Preis bei rund 90 US-Dollar. Eine heikle Situation für die Bank of Japan: Das positive Reallohn-Wachstum sowie der grundlegende Trend steigender Gehälter stärken ihre Argumentation für eine Normalisierung der Geldpolitik. Andererseits könnte die importierte Inflation die Entscheidung verzögern. Die Märkte rechnen weiterhin mit einem ersten Zinsschritt im Juli.