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Air-Gap Mythos in OT-Netzen.

OT-Wiki Grundlagenartikel

Als 'Air Gap' wird die physische Trennung eines OT-Netzes von IT-Netzen und dem Internet bezeichnet. In der Praxis gilt sie häufig als vermeintlich ausreichender Schutz, obwohl sie in den meisten Anlagen gar nicht mehr vollständig besteht, etwa durch Fernwartungszugänge, Wechseldatenträger oder undokumentierte Zusatzverbindungen.

Stuxnet zeigte 2010 exemplarisch, dass ein Air Gap keine absolute Barriere ist: Die Schadsoftware erreichte die Zielsteuerung über infizierte USB-Sticks, ohne dass eine direkte Netzwerkverbindung zum Internet nötig war. Auch Wartungslaptops, die abwechselnd in IT- und OT-Netzen eingesetzt werden, gelten als klassischer Übertragungsweg.

Sicherheitsstandards wie IEC 62443 empfehlen daher, Air Gaps nicht als alleinige Schutzmaßnahme zu betrachten, sondern durch Zonen-und-Konduit-Segmentierung, Wechseldatenträger-Kontrollen und Monitoring zu ergänzen, um auch bei faktisch vorhandenen Verbindungen ein definiertes Schutzniveau zu erreichen.

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